Mein Mann und ich wuchsen beide schon von Kindheit an mit Hunden auf. Ich hatte als Kind 2 Langhaardackel als Vierbeiner, die eine Hündin hatte auch einmal Welpen. Als ich älter wurde und die Dackel verstarben, holten sich meine Eltern Deutsche Pinscher und der Opa einen Deutschen Schäferhund. Mit dem Schäferhund ging ich zusammen mit Opa regelmäßig auf den Hundeplatz. Mit 13 Jahren versuchte ich mich an einer BH-Prüfung. Meine Mutter fing an, mit den Pinschern zu züchten und ich zog mit ihr gemeinsam 2 Würfe auf - von der Geburt an bis zur Abgabe. So machte ich von allen Seiten von Kindesbeinen an Erfahrungen mit den Hunden. Ich lernte den Umgang und die Eigenschaften mit verschiedenen Hunderassen. Bekam alles rund um die Zucht mit und bildete mich so stetig weiter: Wesen, Pflege, Ernährung, Erziehung, Krankheiten und die Hundesprache sind mir nie ein Fremdwort gewesen.

Der Großvater meines Mannes züchtete Deutsche Schäferhunde und so wuchs auch er von klein an mit Hunden auf. Auch er bekam die Würfe, Geburten und Aufzuchten regelmäßig mit. Lernte viel über das Wesen und die Sprache der Hunde. Der Umgang und überhaupt ein Leben ohne Hunde konnte auch er sich nie vorstellen.

Auf jeden Topf passt ein Deckel und so haben wir uns beide auch schon in sehr frühen Jahren gefunden und am 9.4.1999 geheiratet. Jedoch stand es da noch in weiter Ferne, dass wir mal züchten werden.
Als ich 18 Jahre war starb der Schäferhund meines Opas und ich wollte meinen ersten eigenen Hund haben. Als Jens auf Fortbildung war, holte ich in einer Nacht- und Nebelaktion einen Deutschen Schäferhundwelpen.

Jung und unüberlegt, Hauptsache schnell einen Hund, das konnte nicht gut gehen. Der kleine Kerl bekam den Namen Eicko und stellte unser Leben völlig auf den Kopf - unsere Wohnung wurde zum Welpenspielplatz.

Es brauche einiges an Geduld und Nerven, bis wir diesen Racker erzogen bekamen. Leider war er völlig überzüchtet, wir scheuten keine Mühe und kein Geld, doch letztendlich nach einer OP und vielen anderen Versuchen war klar, dass er nie alt werden würde, dass seine vielen Krankheiten ihm vielleicht noch 1 Jahr geben werden. Dieser Hund war unser erster gemeinsamer Hund, die Diagnose war niederschmetternd. Er war ein toller Hund, ein liebevolles Familienmitglied und der beste Freund unseres Sohnes Marvin der im September 1999 zur Welt kam..

Es war klar, dass es nie mehr einen Deutschen Schäferhund bei uns geben würde. Wir setzten uns damit auseinander und suchten nach alternativen Rassen. Ohne Hund wollten wir nicht leben. So stießen wir irgendwann auch auf den Beauceron und da wir schnell von dieser Rasse fasziniert waren, informierten wir uns ausgiebigigst über die Hunde und besuchten viele Züchter sowie Beaucerontreffen. Wir fuhren zu einfachen Besitzern und holten uns so viele Information, wie wir nur über diese tolle Rasse bekommen konnten, ein. Wir waren uns sicher, dass unser nächster Hund ein Beauceron sein sollte.
So führte unser Weg irgendwann nach Belgien zu Cheki, den wir dann auch 2003 zu uns holten. 18 Monate begleitete unser Schäferhund Eicko den kleinen Kerl und brachte ihm viel bei. Er umsorgte und beschütze ihn, als wenn er der Vater wäre.
Als wir ihn erlösten mussten, kam Cheki kaum über den Tod seines Hundefreundes hinweg, er trauerte schrecklich.

Mit Cheki gingen wir auf Ausstellungen, die er sehr erfolgreich meisterte. Es machte uns stolz, so einen tollen Kerl zu haben, der nicht nur vom Aussehen her ein vorzüglicher Hund war, nein Cheki war ein selbstsicherer und sehr offener Hund. Knapp 2 Jahre später zog ein kleiner Zwergpinscher bei uns ein. Er sollte für unseren Sohn sein, der sich aus tiefsten Herzen einen eigenen Hund wünschte. Cheki, der 45 kg Hund, stand vor einem 1kg Zwergpinscherwelpen, ein herrlicher Anblick. Von Anfang an war klar, dass er dazu gehört und Cheki zog ihn auf, so wie er damals aufgezogen wurde. Auf dem Hundeplatz machte ich mit Cheki die BH Prüfung und 2006 den Verhaltenstest und die Zuchtzulassung.

Im Juni 2007 machten wir eine weite Reise und holten Chaya, unsere erste Beauceronhündin, zu uns nach Deutschland. Kurz danach bauten wir das alte Fachwerkbauernhaus meiner Großeltern in der ersten Etage um und zogen dann einige Monate später ein. Ein großes Haus und 200 qm Wohnfläche, 1 Hektar Grundstück für die Hunde zum ausgiebigen Toben. Die ersten Gedanken, doch auch einmal einen Wurf zu machen, kamen auf.

Chaya wuchs und auch sie lief erfolgreich auf Ausstellungen. Obwohl es bis heute nie unsere Welt war, brauchten wir das für die Zuchtzulassung unserer Hunde. Den Wert unserer Hunde machen wir bis heute nicht an den Erfolgen unserer Hunde fest. Der innere Wert der Hunde ist das, was zählt und nicht die vielen Pokale, die nur als Staubfänger in der Wohnung stehen.

Im 7/2008 durfte Cheki das erste Mal decken. Die Züchterin von Chaya kam aus Bordeaux mit ihrer Hündin und Cheki zeugte 10 wunderschöne Welpen. Im September 2008 holte mein Mann Dafra, die Tochter von Cheki, als Geschenk zum 10. Hochzeitstag für mich zu uns in die Familie. Wir tauften sie auf Koko um, da der Name Dafra eine gewisse Ähnlichkeit mit Chaya hat.

Nach der Zuchtzulassung, der Erstzüchtertagung, der Zuchtstättenabnahme und alle vorgeschriebenen Satzungen und Ordnungen, erblicke am 14.06.2010 dann der erste Wurf mit Koko in unserem Zwinger das Licht der Welt.

Es waren wundervolle 8 Wochen, die wir nie vergessen werden. Aus dem ersten Wurf konnten wir unmöglich alle Welpen abgeben und so blieb A´Fleur bei uns. Es folgte ein Jahr später am 9.3.2011 der 2 Wurf mit Chaya, diesmal war klar, dass kein Welpe bleiben konnte. Es war hart, sehr hart, alle Welpen ziehen zu lassen. Wir, als ganze Familie opfern uns volle 8 Wochen für die Kleinen auf und natürlich wachsen sie uns alle sehr ans Herz. Aber wenn man wirklich nette Menschen findet, bei denen die Welpen ein gutes und artegerechtes Leben führen können, dann gibt man sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge in ihr neues Leben ab.

Auf unseren Welpentreffen sehen wir dann immer, was aus ihnen geworden ist. Mit Telefonaten und über ein kleines Forum werden wir mit Bildern immer auf dem Laufenden gehalten und begleiten so unsere ehemaligen Welpen weiter auf dem Weg zum Erwachsensein.

Bei Problemen oder Fragen sind wir immer und jederzeit nach der Abgabe des Welpen zu erreichen. Es werden immer unsere Welpen sein, die uns am Herzen liegen, auch wenn sie das Haus schon lange verlassen haben. Wir züchten aus Liebe zu der Rasse, es macht sehr viel Freude, die Kleinen 8 Wochen ihres Lebens zu begleiten und mit dem besten Wissen und Gewissen auf ihre neue Welt vorzubereiten. Wir sind eine kleine, aber feine Hobbyzuchtstätte mit Herz und Verstand.