Anfang Juni 2011 raste beim gemeinsamen Spaziergang ein deutlich schwererer Hund im Spielen ungebremst in Koko. Koko überschlug sich einige Male und schrie vor Schmerzen. Unsere Tierärztin verordnete ihr daraufhin 3 Wochen Schmerzmittel und Ruhe.
Ihre Schmerzen kamen von der Wirbelsäule; bei der Nachuntersuchung 4 Wochen später zeigte Koko dann auch keine Schmerzen mehr. Doch ich kenne unsere Koko und weiß, dass sie einiges erträgt, ohne etwas zu zeigen. Ich beobachtete Koko weiterhin genau und meinte auch, immer wieder einmal Anzeichen für Beschwerden zu sehen und dann waren sie doch wieder weg. Je mehr sie aber mit anderen Hunden spielte und tobte, desto mehr konnte ich sehen, dass eigentlich gar nichts weg war und es ihr ziemlich schlecht ging. Zum Beispiel fiepte sie immer wieder bei bestimmten Bewegungen. Ich entschied mich schließlich für eine CT und diese ergab leider nichts Gutes. Eine Bandscheibe hatte sich beim damaligen Aufprall leicht nach außen geschoben und in diesem Bereich zeigte sich alles stark entzündet.
Mit diesem Ergebnis hatten wir nicht gerechnet; es traf uns alle fürchterlich hart.
Koko wird unter diesen Umständen keine Welpen mehr bekommen. Natürlich wäre es nicht undenkbar, mit meinem Gewissen aber überhaupt nicht mehr zu vereinbaren. Die nächsten 6 Wochen muss Koko so ruhig wie möglich gehalten werden. Ausgerechnet Koko, unser Wirbelwind und die Anstifterin.

Was aus Koko wird, wird die Zeit zeigen. Nach den 6 Wochen Schonfrist darf sie langsam wieder mit am Rudelleben teilnehmen. Ob das Spiel mit den anderen Hunden wieder zur Verschlechterung ihres Zustands führt oder nicht, müssen wir dann abwarten.

Wir selbst können Koko hier nicht dauerhaft auf Sparflamme laufen lassen. Sie animiert ständig die anderen Hunde, sie möchte so gerne spielen und die anderen necken. Schließlich versteht sie nicht, warum sie das alles auf einmal nicht mehr darf. Auch nicht mehr mit den anderen zur Tür rennen, wenn es klingelt. Die Bande hier rempelt sich ja ständig gegenseitig an und jeder will der Erste sein: zum Gassi gehen, wenn Besuch kommt oder einfach nur, um nach draußen auf unser Grundstück gelassen zu werden.
Koko will immer mittendrin sein und eine Isolation vom Rudel würde sie überhaupt nicht verstehen können.
Meine Tierärztin meinte, wir sollten es versuchen und natürlich werden wir alles in unserer Macht stehende tun, damit sie bei uns bleiben kann - es ist doch unsere Koko! Sollte es jedoch erneut zu starken Schmerzen kommen, werden wir zum Wohl von Koko einen schweren Entschluss fassen und ein neues, ruhigeres Zuhause für sie finden müssen. Denn ein Leben mit ständigen Schmerzen werden wir ihr nicht zumuten, das hat sie nicht verdient.

Nachdem wir nun 8 Monate versucht haben, Koko zu schonen und sie mehr oder weniger aus dem Rudel heraus zu nehmen, mussten wir einige Rückschläge in Kauf nehmen.
Zum einen verletzte sie sich erneut und zum anderen schonte sich Koko im Rudel einfach nicht. Doch das Herausnehmen aus dem Rudel vertrug Koko sichtlich immer weniger. Sie leidet mehr und mehr darunter, nicht mehr mit den anderen spielen zu können.
Wir haben uns deswegen Mitte Januar in der Familie zusammen gesetzt und entschieden, dass wir so wirklich nicht weiter machen können und uns schweren Herzens von Koko trennen müssen. Keine großen Anzeigen und einfach erst mal warten; das Schicksaal wird den Richtigen zu uns führen.

Der große Tag kam - eine Familie hatte sich wegen des neuen Wurfs von Chaya für einen Besuch angemeldet. Es sollte ein großer Rüde werden, den sie sich wünschten. Doch als sie hier waren und die kleine Koko sahen, war es um sie geschehen. Koko fühlte sich von Anfang an sehr zu der Familie hingezogen. Ein Welpe war in weite Ferne gerückt.
Irgendwie tat es uns sehr weh, dieses Glück für Koko gefunden zu haben, über einen echten Abschied nachzudenken. Die Familie sollte erst einmal eine Nacht darüber schlafen. Am nächsten Morgen klingelte schon früh das Telefon und es war klar, dass auch nach einer Nacht denken und reden Koko immer noch die richtige Wahl sei.
Um es Koko zu erleichtern, kam die neue Familie nun jedes Wochenende und einmal fuhren wir Samstag zu der Familie hin. Auch wir wollten wissen, wo Kokos neues Leben stattfindet. Sonntags waren sie dann wieder bei uns. Es tat weh, dieser Gedanke sie nicht mehr bei uns zu haben. Doch die vielen netten Anrufe der Familie machten uns immer wieder klar, wie richtig diese Familie für Koko sein wird.
Sie hat es verdient und wird es sicher nach einigen Tagen oder auch Wochen der Trauer dort gut haben. Koko wird wieder leben und über Wiesen springen. Die Familie lebt bewusst mit Kokos Krankheitsbild - ohne sie zu überfordern. Der ständige Druck hier, nichts zu dürfen, war so kein Hundeleben mehr.
Wir werden Koko nie ganz gehen lassen, ein Stück von ihr wird immer in unseren Herzen bleiben. Besuche und Kontakte werden ein Leben lang bestehen bleiben.
Manchmal müssen wir Wege gehen, die wir nie für möglich gehalten haben. Dinge tun, die Unfassbar vorher waren. Doch aus Liebe zum Tier muss man manchmal so handeln.


Koko wir wünschen dir von Herzen ein langes und wunderschönes Leben mit Deiner neuen Familie!